10. Juni 2026
Hitze verstehen, Jena gestalten
Wenn Hitze zur Herausforderung wird
Wenn die Temperaturen steigen, wird der Klimawandel für viele Menschen unmittelbar spürbar. Heiße Tage und längere Hitzeperioden treten auch in Deutschland immer häufiger auf. Der bundesweite Hitzeaktionstag am 11. Juni macht deshalb auf die gesundheitlichen Folgen von Hitze aufmerksam und zeigt, wie Städte, Institutionen und Bürgerinnen und Bürger besser mit den Herausforderungen umgehen können.
Für Jena ist dieses Thema von besonderer Bedeutung. Aufgrund seiner Tallage und der städtischen Strukturen zählt Jena zu den wärmsten Städten Thüringens. Heiße Sommer und langanhaltende Hitzeperioden sind längst keine Ausnahme mehr. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kinder, Schwangere sowie Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen.
Der Hitzeaktionsplan für Jena
Um auf diese Entwicklung vorbereitet zu sein, hat die Stadt Jena einen Hitzeaktionsplan erarbeitet. Er bündelt Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und verfolgt das Ziel, Jena langfristig widerstandsfähiger gegenüber Hitze zu machen.
Dazu gehören unter anderem:
- die Verbesserung von Informations- und Warnangeboten,
- die Sensibilisierung für Hitzeschutz im Alltag,
- die Unterstützung besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen,
- sowie Maßnahmen zur klimaangepassten Stadtentwicklung.
Ein wichtiger Baustein sind dabei beispielsweise mehr Verschattung, Begrünung und kühlende Aufenthaltsorte im Stadtgebiet. So soll die Lebensqualität auch an heißen Tagen erhalten und verbessert werden.
Klimaanpassung sichtbar machen
Doch Klimaanpassung besteht nicht nur aus Konzepten und Strategien. Sie wird besonders dann greifbar, wenn Zusammenhänge sichtbar werden und Menschen ihre Umgebung mit neuen Augen betrachten können.
Genau hier setzt eine neue Attraktion im Naturerlebniszentrum forum natura am Schott-Platz an. Vergangene Woche wurde dort ein großformatiges 3D-Modell der Stadt Jena eröffnet. In dieser Form und Größe dürfte es deutschlandweit eine Besonderheit sein.
Das Modell lädt dazu ein, Jena aus einer völlig neuen Perspektive zu entdecken. Stadtviertel, Grünflächen, Wälder, Hänge und markante Gebäude werden räumlich erlebbar. Kinder können spielerisch ihre Stadt erkunden, während Fachleute aus den Bereichen Umwelt, Forst, Stadtplanung und Klimaanpassung neue Blickwinkel auf städtische Strukturen erhalten.
Jena aus einer neuen Perspektive entdecken
Besonders spannend ist die Frage, wie Stadt und Klima zusammenwirken.
Wo entstehen Hitzeinseln? Welche Bedeutung haben Grünflächen und Bäume für das Stadtklima? Wie beeinflussen Bebauung, Freiflächen und Landschaftsräume die Temperaturen in unserer Stadt?
Das neue 3D-Modell macht viele dieser Zusammenhänge anschaulich und verständlich. Es zeigt, wie eng Stadtentwicklung, Klimaschutz und Klimaanpassung miteinander verbunden sind und welche Rolle jede einzelne Fläche für das Stadtklima spielt.
Für Kinder wird die Stadt zum Entdeckungsraum. Für Erwachsene eröffnet sich die Möglichkeit, bekannte Orte aus einer völlig neuen Perspektive zu betrachten. Und für Fachleute bietet das Modell wertvolle Einblicke in räumliche Zusammenhänge und zukünftige Entwicklungsaufgaben.
Denn Klimaanpassung beginnt mit dem Verstehen unserer Umwelt – und mit dem gemeinsamen Gestalten unserer Zukunft.
